EuroWire , BRÜSSEL : Die Europäische Kommission gab am 24. März die Unterzeichnung von Fördervereinbarungen im Wert von 2,7 Milliarden Euro für 54 Projekte im Bereich der sauberen Industrie im Rahmen des EU-Innovationsfonds bekannt. Dies ist ein wichtiger Finanzierungsschritt für Technologien zur Reduzierung industrieller CO₂-Emissionen. Die Projekte umfassen 17 Länder und 17 Sektoren, darunter Zement, Kalk, Raffinerien, verarbeitendes Gewerbe, erneuerbare Energien und Verkehr . EU-Beamte erklärten, dass die ausgewählten Investitionen voraussichtlich in den ersten zehn Betriebsjahren rund 210 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen einsparen werden.

Das Förderpaket ist Teil der Ausschreibung des Innovationsfonds für Netto-Null-Technologien 2024. Die Kommission hatte zuvor angekündigt, dafür rund 2,9 Milliarden Euro für ausgewählte Projekte in ganz Europa bereitzustellen. Die jüngste Ankündigung markiert den Übergang der Projekte von der Auswahlphase in verbindliche Fördervereinbarungen, wodurch die Mittel für die Umsetzung freigegeben werden. Die einzelnen Förderbeträge der aktuellen Gruppe reichen von 1,8 Millionen Euro bis 216 Millionen Euro und verdeutlichen die große Bandbreite an Projektgrößen und Kapitalbedarfen in energieintensiven Branchen und Anwendungen im Bereich sauberer Transportmittel.
Die Kommission erklärte, die Projekte seien darauf ausgelegt, die Dekarbonisierung in Sektoren zu unterstützen, die aufgrund ihres hohen Energieverbrauchs und ihrer Prozessemissionen zu den am schwierigsten zu sanierenden gehören. Das Portfolio umfasst Industrieanlagen und verkehrsbezogene Initiativen, die darauf abzielen, kohlenstoffarme Technologien im großen Maßstab einzuführen und ihre kommerzielle Anwendung zu beschleunigen. Der Innovationsfonds wird durch Einnahmen aus dem EU -Emissionshandelssystem finanziert, wodurch die Erlöse aus dem Kohlenstoffmarkt eine zentrale Förderquelle für groß angelegte Klimatechnologieprojekte darstellen, während die EU daran arbeitet, die Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig die industrielle Kapazität aufrechtzuerhalten.
Der Finanzierungsschwerpunkt verlagert sich auf die Implementierung.
Neben den 54 unterzeichneten Projekten gab die Kommission bekannt, dass sechs Projekte auf einer Reserveliste zur Vorbereitung der Fördermittelanträge eingeladen wurden und bis zu 491 Millionen Euro erhalten könnten, sofern Vereinbarungen getroffen werden. Diese Reserveprojekte befinden sich in sechs Mitgliedstaaten und sollen in den ersten zehn Betriebsjahren rund 20 Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen. Die neuesten Zahlen zeigen, dass nicht alle ursprünglich im Rahmen der umfassenderen Ausschreibung 2024 ausgewählten Projekte gleichzeitig die Phase der Fördermittelvergabe erreicht haben, während die Kandidaten auf der Reserveliste einer möglichen Finanzierung nähergekommen sind.
Die Kommission gab an, dass der Innovationsfonds im Zeitraum 2020 bis 2030 je nach Entwicklung des EU-Kohlenstoffmarktes Einnahmen von rund 40 Milliarden Euro generieren könnte. Bislang hat der Fonds im Rahmen seiner Ausschreibungen, einschließlich noch in Vorbereitung befindlicher Projekte, rund 15 Milliarden Euro an etwa 250 Projekte vergeben. Damit zählt er zu den größten Finanzierungsinstrumenten der Europäischen Union für die Dekarbonisierung der Industrie. Er unterstützt Unternehmen dabei, emissionsärmere Technologien von der frühen Entwicklungsphase bis zur breiten kommerziellen Anwendung in verschiedenen Wirtschaftszweigen zu überführen.
Breiterer Vorstoß für eine saubere Industrie
Die Bekanntgabe der Förderzusage erfolgt im Zuge der Bemühungen der Europäischen Union um eine umfassendere Agenda für eine saubere Industrie, die die heimische Produktion kohlenstoffärmerer Güter und Anlagen fördern soll. Anfang März hatte die Kommission neue Maßnahmen vorgeschlagen, um die Nachfrage nach saubereren, in Europa hergestellten Produkten in Sektoren wie Stahl, Zement, Aluminium, Automobilbau und Netto-Null-Technologien zu stärken. Die jüngsten Vereinbarungen zum Innovationsfonds ergänzen diese politischen Bemühungen um eine konkrete Finanzierungsebene, indem sie Erlöse aus dem Kohlenstoffmarkt direkt in Industrie- und Verkehrsprojekte lenken, die das Auswahlverfahren erfolgreich durchlaufen haben.
Dieser Finanzierungsmeilenstein kommt nur wenige Tage, nachdem EU -Prüfer erklärt hatten, der Innovationsfonds habe zwar großes Potenzial, sei aber durch Verzögerungen in seiner Wirkung auf die Emissionsreduzierung bisher eingeschränkt worden. Vor diesem Hintergrund stellt die Unterzeichnung von 54 Fördervereinbarungen einen messbaren Schritt von der Politikgestaltung zur Projektdurchführung dar. Die Kommission hat bereits die nächste Ausschreibung für den Innovationsfonds für Netto-Null-Technologien mit einem Budget von 2,9 Milliarden Euro und einer Antragsfrist bis zum 23. April gestartet und hält damit die Voraussetzungen für eine weitere Finanzierungsrunde für die saubere Industrie offen.
Der Beitrag „EU unterzeichnet 2,7 Milliarden Euro für 54 Projekte im Bereich der sauberen Industrie“ erschien zuerst im British Messenger .
